Hell or Highwater


 

Vorführung: Samstag, 12.6.2021

Wo könnte der Wilde Westen heutzutage noch lebendiger sein als in Texas? Dem US-Bundesstaat, in dem der Besitz von Waffen mehr als anderswo auf der Welt als Grundrecht angesehen wird? Seit 2016 dürfen dort sogar Schusswaffen offen getragen werden und damit ist Texas so etwas wie ein natürlicher Schauplatz für einen Gegenwartswestern wie „Hell Or High Water“, den Indie-Regisseur David Mackenzie („Perfect Sense“, „Young Adam“) 2016 bei den Filmfestspielen in Cannes präsentierte. In seinem elektrisierenden Bankräuberdrama geht es indes weniger um die Waffenfrage als um jene strukturelle Gewalt, die sich in der Ausbeutung und Drangsalierung der Bankkunden durch die Geldinstitute niederschlägt. Mackenzie findet immer den richtigen Ton und verbindet kunstvoll soziale Anklage und knochentrockenen Witz, bewegende Schicksale und Wildwestschwung.

 
Toby (Chris Pine) steckt in Schwierigkeiten: Der geerbten Farm in Texas droht der Zwangsverkauf, weil die verstorbene Mutter bei der Bank tief in der Kreide stand und die Kredite nicht mehr bedienen konnte. Also raubt Toby gemeinsam mit seinem knasterfahrenen Bruder Tanner (Ben Foster) eine Reihe von Banken in der Umgebung aus, um das nötige Geld zusammen zu bekommen. Der kurz vor der Pensionierung stehende Texas Ranger Marcus Hamilton (Jeff Bridges) hängt sich derweil mit seinem indianischen Assistenten Alberto (Gil Birmingham) an die Fersen des verdächtigen Duos.